Schwere Unwetter in der Region

Schwere Gewitter am Dienstag, enorme Niederschlagsmengen am Mittwoch und heutigen Donnerstag. Die zurückliegenden drei Tage hatten es in sich…und brachten neue Rekorde. Ein Rückblick.

Radarbild vom 26. Juni 2021
Radarbild vom 26. Juni 2021

Eigentlich ging es die Tage zurvor auch schon örtlich zur Sache. Doch um dies ebenfalls auszuwerten, würde den Rahmen sprengen.

Schwere Gewitter in Berlin und Brandenburg

Der 29. Juni begann in der Region sommerlich warm, wobei diese Wärme aufgrund der hohen Luftfeuchte als sehr belastend empfunden wurde. Es lag ordentlich Energie in der Luft, die sich ab den frühen Nachmittagsstunden vor allem in den mittleren und nördlichen Bezirken von Berlin sowie im Landkreis Oberhavel in Form von kräftigen Gewittern einschließlich Platzregen bemerkbar machten.

Am späten Nachmittag entstand westlich von Müllrose ein Gewittercluster, der – entgegen der Süd-Nord-Strömung – unter weiterer Verstärkung Richtung Nordwesten zog. Ein Boulevard-Blatt berichtete einen Tag später von einem „Mini-Tornado“ in Wensickendorf (Landkreis Oberhavel), was sich zu 99% als starke Fallböe herausstellen wird. Auch wenn das Potenzial da war: Tornados wurden keine gesichtet.

Auf der 24-Stunden-Niederschlagssummenkarte vom 29.6. sieht man sehr gut die Zugbahn des Schwergewitterkomplexes von Südost nach Nordwest.

Die schweren Gewitter waren an diesem Tag stark begrenzt, sodass nicht jeder etwas davon abbekommen sollte. Unsere Station in Berlin-Pankow wurde zwar auch von einem dieser kleinen Gewitter erwischt, allerdings war es ein ganz knapper „Streifschuss“.

Zeitrafferaufnahme vom 29.06.2021 aus Berlin-Pankow (Dateigröße: Ca. 130 MB)

Vor dem Durchzug des Gewitters gab es zahlreiche Wolkenverwirbelungen. Kurz bevor das Unwetter über den Ortsteil Niederschönhausen hereinbricht ist sehr gut zu sehen, wie die Himmelsschleusen geöffnet werden und es im Anschluss am Webcam-Standort zu Starkniederschlägen kommt. Durch die sehr geringe Größe der Zelle wurden tatsächlich keine großen Niederschlagssummen registriert: Zwischen 18.30 Uhr und 18.45 Uhr fielen „nur“ 5 Liter pro Quadratmeter.

Doch tatsächlich sollte es nicht bei diesen geringen Niederschlagssummen bleiben.

Neue Niederschlagsrekorde

Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits im Vorfeld vor starken, langanhaltenden Niederschlägen gewarnt. Vor allem im Norden und der Mitte Brandenburgs sollten örtlich bis zu 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fallen. Mit dem, was tatsächlich registriert wurde, hatte allerdings niemand gerechnet.

Bei uns auf der Seite zeigen wir die reellen Niederschläge, welche innerhalb von 24 Stunden am selben Tag gefallen sind. So auch die folgende Karte:

Niederschlagssummenkarte vom 30.06.2021 – für den gesamten Tag

Niederschlagsschwerpunkt war hier vor allem die Uckermark, in der stellenweise bis zu 110 Liter pro Quadratmeter fielen. Aber auch die Region um Frankfurt/Oder (50 – 70 Liter), die Landkreise westlich an Berlin angrenzend sowie nordwestlich der Stadt (50 – 90 Liter) wurden ordentlich beregnet. In den Landkreisen Teltow-Fläming und Elbe-Elster kamen ähnliche Summen zusammen.

Richtet man sich nach den historischen gewachsenen Vorgaben, dass der am Vortag gefallene Niederschlag immer um 8 Uhr (im Winter um 7 Uhr) abgelesen wird, erhalten wir eine Karte, die wir in dieser Form noch nicht gesehen haben:

24-stündige Niederschlagssummen gemäß den Vorgaben (von 8 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages)

Mit Niederschlagsmengen von teils mehr als 200 Litern pro Quadratmeter innerhalb von nur 24 Stunden (das entspricht in etwa einem Drittel dessen, was sonst innerhalb eines Jahres dort fällt) sind Teile der Uckermark im wahrsten Sinne des Wortes fast abgesoffen. Eine Topliste aus diesem Landkreis:

OrtRegensumme
Schenkenberg-Kleptow202,0 l/m²
Uckerfelde-Weselitz201,5 l/m²
Ludwigsburg198,7 l/m²
Prenzlau197,1 l/m²
Hohenreinkendorf184,1 l/m²
Passow180,7 l/m²
Angermünde167,6 l/m²
Berkholz-Meyenburg164,6 l/m²
Grünow160,1 l/m²
Schöneberg (UM)137,5 l/m²
Niederschlagssummen vom 30.6.21 – 8 Uhr bis 1.7.21 – 8 Uhr
Quelle: Kachelmannwetter.com, DWD.de

Damit überall neue Rekorde in den zum Teil seit 120 Jahren geführten Messenreihen aufgestellt.

Ausblick

Nun können wir auch – was dieses Thema angeht – erst einmal etwas durchatmen. Die Temperaturen steigen wieder etwas an und erreichen für diese Jahreszeit normale Werte. Mit nennenswerten Niederschlägen rechnen die meisten Wettermodelle erst ab Montag wieder.

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